Champions are made, not born !

im Spätsommer 2011

Diese Aussage kann ich nur unterstützen. Allerdings nicht im ursprünglich gemeintem Sinne, wenn ich die nachfolgenden Zeilen lese.

Was in der letzten Zeit passierte, lässt die langjährigen Kenner der Szene nur noch Erschaudern. Man schaue sich so manche Meisterschaft an, und kommt dann vielleicht drauf, warum die Platzierungsliste so am Ende aussieht.

Wenn man ein wenig nachforscht und sich dann mal umhört, braucht man nur noch 1 + 1 zusammenzählen. Dann wird einem schnell klar, warum so manches „Top-Event" einen sehr faden Beigeschmack hat.
Des Öfteren konnte man schon Miterleben, wie unfair und unsportlich es doch in ganz bestimmten Verbänden zugehen würde. Zu meinem Erfahrungsschatz gehört auch die Frage, was genau ich oder konkret genannte andere Teilnehmer denn verbrochen hätten, weil die Beurteilung im Gegensatz zu anderen „äußerst unverständlich" war. So manch einer hat den Eindruck, dass nicht mehr die besten Teams des Tages gewinnen soll.

Man fragt sich manchmal, warum so manche Fährte oder Unterordnung plötzlich anders beurteilt wird, als absolut gleichwertige Leistungen, die man noch ein paar Hunde zuvor ganz genau betrachtet hat. Und das betrifft sowohl das Verhalten als auch die eigentliche Arbeitsleistung. Zum Beispiel werden bestimmte Übungsausführungen der Hunde bei dem Einen kritisiert und die identische Ausführung bei dem Anderen ganz einfach übersehen oder sogar noch positiv hervorgehoben. Man sieht Körperhaltungen oder Laufstile die bei dem einen Hundeführer bemängelt werden und bei anderen gar keine Erwähnung finden. Oder es wundert einen, warum bestimmte Hunde im Schutzdienst plötzlich nicht mehr ablassen wollten/konnten, oder ausgerechnet dort nur einen schlechten Griff setzen konnten.

- Kann es daran liegen, dass bspw. durch die Einteilung bestimmter LR oder SD-Helfer beste Voraussetzungen für
  ganz bestimmte Teilnehmer geschaffen werden und somit die Sieger meist schon im Vorfeld feststehen sollen?
- Kann es ein, dass die Verantwortlichen auf Weisung bestimmter Personen handeln?
- Wird etwa schon vor der eigentlichen Meisterschaft insgeheim abgesprochen, wie etwas laufen soll?
- Ist es möglich, dass immer mehrere, gleiche Personen dabei beteiligt sind, die im Hintergrund die „Fäden ziehen"
  und zusammenhalten?
- Existiert mittlerweile schon ein Netzwerk, in dem sich die Gefälligkeiten zugespielt werden und die Beteiligten
  sich –ihrer Macht bewusst – daran ergötzen?
- Verschaffen Sie dem einen oder anderen „Freund" und „Kumpanen" gewisse Vorteile, die garantierte Erfolge
   versprechen?
- Ist es tatsächlich möglich, dass schon nach Bekanntsein des Starterfeldes oder direkt bei der Durchführung von
   Wettkämpfen manipulierend eingegriffen wird?

Hat sich mal jemand gefragt, warum so manch guter LR oder auch SD-Helfer nicht mehr zu höheren Wettkämpfen nominiert wird, oder warum ausgerechnet zwischen Siegern und eingeteilten Verantwortlichen eine ganz „besondere Beziehung" besteht? Natürlich lässt sich das nicht immer vermeiden, aber sind jetzt sogar Weltmeisterschaften und deren Qualifikationsprüfungen davon betroffen? Einige Leute reden ganz offen darüber, dass dieses Gebaren in 2011 und den jüngsten Jahren davor ganz besonders deutlich zu bemerken war.
(Ganz böse Zungen sollen sogar behaupten, dass es nur bei der FCI-WM 2011 so leider nicht funktioniert hat, weil ein Eingeteilter diesen Betrug nicht mitmachen wollte. Daraufhin wurde er auch schnell für die nächste Großveranstaltung "ausgeladen".)

Man stelle sich nur mal – rein hypothetisch – vor, dass durch ganz bestimmte Personen auf den amtierenden LR hinsichtlich seiner Beurteilung Einfluss genommen wird. Und zwar entweder schon im Vorfeld oder direkt während des Wettkampfes. Da steht der „arme Tropf" nun und fragt sich, ob er den Anweisungen "von höherer Stelle" folgen soll. Man versetze sich nun in seine Lage: Da hat er seinen Richterschein gemacht und darf nun – nach etlichen Jahren Erfahrung – endlich eine höhere Meisterschaft richten. Bleibt er nun bei seinem ursprünglichen Urteil, so war das die letzte Meisterschaft, bei der er auf dem Rasen stehen darf. Ab sofort wird er nur noch für Vereinsprüfungen eingeteilt und vielleicht mal hier und da zu einer Kreismeisterschaft o. ä. Folgt er der Anweisung, dann darf er darauf hoffen, irgendwann nochmals richten zu dürfen (wenn er denn lange genug buckelt). Denn nun gilt er als „formbar". Und dann nimmt das Spielchen erneut seinen Lauf. Ist so etwas möglich?
Es gibt und ich kenne natürlich auch eine Vielzahl von LR, die gradlinig und kompetent agieren und sich nicht in ihr Urteil hineinreden lassen. Aber es soll halt auch andere geben.

Jedes Jahr tauchen relativ unbekannte Hundeführer mit gut ausgebildeten Hunden auf und belegen eventuell sogar bei Meisterschaften einen Spitzenplatz. Warum können sie nach einem Erfolg diese Leistung in den darauffolgenden Jahren nicht halten? Böswillige Leute unterstellen, dass diesen Hundeführern im darauffolgenden Jahr „ein wenig" mehr Beachtung geschenkt wurde, obwohl eine gleichwertige oder sogar bessere Leistung abgeliefert wurde.

Der aufmerksame und interessierte Leser kann daraufhin ja mal die Meisterschaften der vergangenen Jahre vergleichen, und für sich entscheiden, welche Hundeführer nicht (mehr) „erwünscht" sind. Ob ihm dabei etwas auffällt?

Was geht in manchen Köpfen vor, wenn sich die Protagonisten morgens im Spiegel betrachten und sich hämisch grinsend ihrer ergaunerten Erfolge oder des gelungenen Strippenziehens erfreuen? Welche "Mordgelüste" beschleichen einen betrogenen, gefrusteten Teilnehmer, wenn er sieht, wie ein solcher Sieger dankend seinen Steigbügelhaltern die Hände schüttelt?

Sollten auch nur einige dieser Vermutungen richtig sein, dann kann man sich leicht ausrechnen welchen Einfluss diese politisch motivierten Machtdemonstrationen auf die Platzierungsreihenfolge haben.

Ähnliches soll sogar auf Zuchtzulassungsprüfungen einzelner Verbände geschehen. Kaum zu glauben, dass auch dort die sog. „Vetternwirtschaft" herrscht. So manchem Beteiligten oder aufmerksamen Zuschauer kam aber gerade dieser Gedanke, wenn die Beurteilungen bekanntgegeben werden. Wird die Beurteilung etwa nach Zugehörigkeit zu einem bestimmten „Inner Circle" oder etwa Zwingernamen, oder etwa Abstammung beeinflusst?

Und wenn so manch einer über diese Gedanken und Meinungen hinter vorgehaltener Hand redet, ist auch immer wieder folgender Satz zu hören: „Das war aber früher auch schon so." oder „ Das gibt es in jeder Sportart, bei denen Menschen richten. Guck dir Dressurreiten oder Eiskunstlauf an." Und vom Gegenüber: „Stimmt ! Aber nicht in solch einer massiven Form, wie heutzutage."

Wiederum andere glauben, dass alles fair abläuft und man gegen die heutigen „Berufshundesportler/-ausbilder" gar keine Chance mehr hat. Das sind diejenigen, die ihren ursprünglichen Beruf aufgegeben haben und sich heute (fast) ausschließlich mit der Hundeausbildung, Durchführung von Seminaren und privaten Trainingsangeboten beschäftigen. Zwischen ihnen tobt so eine Art Kleinkrieg, denn nur derjenige, der oben mitläuft gilt als erfolgreich und kann somit seinen Lebensunterhalt weiterhin sichern. Also wird gegen die unliebsame Konkurrenz vorgegangen. Und das könnte dann auch diejenigen „einfachen" Hundesportler betreffen, die sich in deren Sog befinden. Genauso kann man seine Günstlinge einfachheithalber mal nach oben befördern, um die Aufmerksamkeit auf sich selbst und seine Trainingsmethode /-gruppe zu lenken.

Mit Äußerungen dieser Art hält man sich aber lieber im Hintergrund, weil ansonsten mit Ressentiments seitens der „Obrigkeit" zu rechnen ist. Außerdem ist man ja meist nicht selbst betroffen. Und umso besser, wenn es einen Konkurrenten erwischt.
Oder aber man wird als „Spinner" bezeichnet, der „nichts mehr auf die Reihe kriegt", deshalb „gefrustet" ist und „alles übertreibt".
Wer kennt den Film „Fletchers Visionen"?

Was passiert, wenn die neue PO ab 2012 in Kraft tritt und die Leistungsrichter (richtigerweise) auf Erwartungshaltung und positives, triebvolles Verhalten gesteigerte Aufmerksamkeit legen müssen? Inwieweit wirkt sich die die Auslegung von Mimik und Körpersprache des Hundes während der Arbeit auf die Benotung aus?
So manch ein Hund, der aus lauter Nervosität heraus arbeitet kann ebenso als „triebvoll und dominant" bezeichnet werden. Andersherum kann der eher matt und trieblos arbeitende Hund als „erfahren, sicher und routiniert" betitelt werden. Ganz toll sind auch solche eingeschränkte Blickwinkel, die nur noch eine bestimmte Rasse als Gebrauchshund ansehen. Selbst schlechte Vorführungen werden so mancherorts besser beurteilt, als die ausgeglichen triebvolle und korrekte Leistung anderer Rassevertreter.
Wenn nicht hier, dann kann noch ein anderer Hebel angesetzt werden, denn der LR hat auch darauf zu achten, ob Körperhilfen absichtlich oder unabsichtlich gegebenen wurden. Wie auch im SD Griffverhalten und Stellphasen noch größeren Einfluss auf die Punktevergabe haben werden. Die Prädikatvergabe fällt dementsprechend aus und schafft noch größere Manipulationsspielräume. Besteht nicht die Gefahr, dass so manche Beurteilung nicht noch ungerechter werden kann?
Besonders haarsträubend soll sogar die Tatsache sein, dass selbst erfahrene, gestandene Verantwortliche und Leistungsrichter sich plötzlich wie ein Fähnchen im Winde drehen und heutelich völlig konform „mit den Ansichten eines neuen Messias" sind. Vielleicht weil sie im Hintergrund ein wenig gesteuert werden?

Falls ein bisschen Wahrheit in diesen Zeilen steckt, so und muss ich mir als Schlussfolgerung doch folgende Überlegung stellen:

Wenn ich mir zutraue, aus einer entsprechenden Verbindung einen sehr guten Hund auszusuchen und ihn auch überdurchschnittlich gut ausbilden zu können. Gegen welche „Eventualitäten" muss ich ihn rüsten und in welchem „Fahrwasser" muss ich schwimmen, wenn ich oben mitführen will?

Unter diesen Umständen könne einem doch glatt die Lust vergehen, einen Hund auszubilden, für höhere Prüfungen vorzubereiten, um sie dann in Verbänden vorzuführen, in denen solche Zustände herrschen (sollen).

Tja, es gibt eben viele Beispiele ehemals erfolgreicher Hundesportler, die mittlerweile erkannt haben, dass es aussichtslos ist, gegen Windmühlen anzukämpfen. Schade um dieses Potential, denn um ihre Nerven zu schonen, bilden sie nur noch „just for fun" aus.
Denn es wird immer wieder Leute geben, die es endlich nach jahrelangen Bemühungen geschafft haben, bestimmte Schlüsselpositionen zu besetzen und ihren Lebensinhalt darin sehen, diese Macht nun geschickt für ihre Vorteile auszunutzen. Obwohl ihnen in früheren Zeiten selbst einmal Ähnliches widerfahren ist und sie sich zu Recht mächtig darüber aufgeregt haben, können sich bestimmte Leute wohl nicht mehr daran erinnern. Ganz besonders schade!
Kritiker und Konkurrenten werden mit allen Mitteln aus dem Weg geräumt. Andere verpacken es nur geschickt genug, und die ahnungslosen Massen jubeln Ihnen zu. Beispielsweise hat doch gerade die Lieblingsrasse des Hundesports in den letzten Jahren enormen Zulauf erfahren. Dann kann es doch vollkommen egal sein, wenn ein paar „die Schnauze voll" haben und aussteigen. Schließlich rücken doch genügend Neulinge nach. Und die wissen ja (noch) nicht, wie es läuft. Entweder kann man sie nützlich für sich einspannen oder aber ebenfalls abservieren.

Nachtrag:                                                                        im Frühjahr 2013

Jetzt hat ein Einzelner - der die Unwissenden oder Uninteressierten mal wieder überzeugen konnte - eine weitere Manipulationsgrundlage geschaffen. Nun ist es amtlich: Bei der Übungsbewertung fliessen haben das Selbstvertrauen und die Arbeitsfreude des Hundes zu 11% Einfluss auf die Prädikatsvergabe. Das bedeutet i. d. R. mehr als eine Wertnote. Was im ersten Moment gut klingt und der modernen Hundeausbildung gerecht wird, erweist sich bei kritischer Betrachtung als hervorragende Möglichkeit, gute Leistungen schlecht zu reden. Wie oben schon erwähnt, wird nun eine gesteigertes Augenmerk auf eventuelle Beschwichtigungssignale während der Vorführungen gelegt. Sind wir mal gespannt, wie bei dem Einen oder dem Anderen das kurzzeitige Anlegen der Hundeohren bei den verschiedenen HZ interpretiert wird. Oder im Vorsitz das Anheben der Pfote und das Lecken der Schnauze. Beschwichtigt er, oder hat er eine hohe Erwartungshaltung auf eine evtl. Futterabgabe? Hechelt ein Hund am korrekt verwiesenen Gegenstand, zeigt er dann Stresssymptome oder könnte dies bedeuten, dass er sich bis zum Wiederansatz einfach nur ausruht? Sind dies wirklich Calming-Signals?

Man muss als LRA keinen Hund mehr ausgebildet haben. Ein Studium der Verhaltenswissenschaften wäre da eher von Vorteil; die Affinität zur Mathematik ist Pflicht und rhetorische Gewandtheit heutzutage vielleicht hilfreicher, wenn man das Publikum dazu bringen muss, den Durchblick zu verlieren.

Da sagte doch jemand kürzlich: "Es wäre doch einfacher, man verteilt direkt rote, grüne und blaue Mützchen für die HF, damit das Publikum bei Grossveranstaltungen zukünftig auch direkt weiß, wer als Freund, als Feind, oder neutral beurteilt und besprochen wird."